
Ellen Auerbach war der eigentliche Grund, warum ich nach Zwickau gefahren bin. Für mich war sie relativ unbekannt, da ich mich mit politischer Fotografie nie wirklich beschäftigt habe. Aber bei Ellen Auerbach kommt man nicht daran vorbei. Selbst aus jüdischer Familie stammend war es für die notwendig, Deutschland beim Machtantritt Hitler's zu verlassen. Glücklicherweise, hatte Sie eine Leica geschenkt bekommen, die sie nunmehr für immer auf Ihren Reisen begleiten sollte. Ihr Werk umfasst nahezu 5000 Negative die im Besitz der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berlin sind. Verrückt ist Ihr Lebenslauf bzw. Lebensweg zu lesen. Mit wem Sie zusammentraf und was sie alles erlebte. Interessant zu sehen, wie Berthold Brecht mit einer dicken Zigarre im Mund vor der Schreibmaschine sitz oder beim rasieren zu beobachten ist. Aber das ist nur ein winziger Teil Ihres Schaffens. Es gibt Bilder aus Palestina, England, Griechenland, USA, Deutschland, Chile, Mexico, Argentinien und Frankreich. Alles wichtige Stationen Ihres Lebens im Exil. Die Ausstellung heisst nicht umsonst "All die Neuanfänge". In einen Interview sagte Ellen Auerbach, das die All die Neuanfänge sehr genossen hatte. Sie liebte das Fremde. Niedergelassen hatte sie sich endgültig in New York wo sie 1998 verstarb. Die Kunstsammlung Zwickau hat Ihr in Zusammenarbeit mit dem Käthe Kollwitz Museum Köln jetzt eine kleine Retroperspektive geschaffen. Zusehen gibt es die Ausstellung noch bis zum 23.08.09. Hier der Link zu dieser Ausstellung.

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