Montag, Juni 29, 2009

Albert Henning - der Fotograf



Es ist schon manchmal verwunderlich, wohin es einem manchmal verschlägt. Am Sonntag war ich zur Ausstellungseröffnung in der Kunstsammlung Zwickau. Eigentlich ging es um Ellen Auerbach aber gleichzeitig wurden auch Bilder des Leipziger bzw. Zwickauer Künstlers Albert Henning gezeigt. Für mich das Highlight der Ausstellung! Hennings Bilder sind vom Thema her sehr dicht und hatten auf mich die grösste Wirkung.
"Das Auges des Arbeiters" und "Kinder der Strasse" heissen die zwei Zyklen aus denen die 25 Bilder vertreten sind. Henning selbst stammt aus einer Leipziger Arbeiterfamilie und war natürlich sehr hart durch die Weltwirtschaftskrise betroffen. Trotz dieser harten Zeit sparte er sich das Geld für eine Zeiss Ikonta 6x9 an. Danach fing er an, das Leipziger Strassenleben während der 20´er Jahre zu fotografieren. Aber eben aus dem Blickwinkel des Arbeiters - des einfachen Menschen.
Eigentlich waren es 450 Negative die in dieser Zeit enstanden sind. Die Serie "Kinder der Strasse" wurde von Hitler's SA vernichtet und der überwiegende Rest von "Das Auges des Arbeiters" wurde 1943 bei einen Bombenangriff auf Leipzig vernichtet. Übrig sind jetzt noch 45 Negative, die sich jetzt im Besitz der Kunstsammlung Zwickau befinden.